Wenn das Spielen zur Sucht wird

admin am 17. Januar 2010

In der heutigen Zeit ist es keine Seltenheit, dass die Kinder und Jugendlichen den größten Teil ihrer Freizeit vor dem Computer oder der Spielkonsole verbringen. Auch das Surfen im Internet erfreut sich großer Beliebtheit in diesen Altersgruppen. Soziale Kontakte finden oftmals nur noch online statt und das eigene, wirkliche Leben verschwindet in einer irrealen, virtuellen Welt. Kinder und Jugendliche verlieren die Realität und Wirklichkeit aus den Augen und bauen sich eine Scheinwelt im world wide web auf.

In den meisten Fälle erkennen Eltern die Gefahr nicht rechtzeitig und handeln erst dann, wenn es bereits zu spät ist. Nicht zuletzt lässt sich die Ursache hierfür in der Tatsache finden, dass es in der heutigen Gesellschaft bereits zur Normalität geworden ist, dass die Jugendlichen und auch schon die Kinder ihre Zeit vor der Spielkonsole oder vor dem Computer verbringen. Im Internet lässt sich eine Fülle von Online-Portalen finden, auf denen kostenlose Spiele angeboten werden und wo auch Spiele für den Computer zum Download bereit stehen.

Was normal scheint muss es nicht zwangsläufig auch sein

„Alle Kinder in dem Alter sitzen viel vor dem Computer. Das ist doch ganz normal“, solche oder ähnliche Aussage sind keine Seltenheit bei Eltern. Sicherlich ist dies eine Tatsache die auch wirklich auf die größte Zahl zutrifft. Dennoch dürfen sich die Erziehungsberechtigten nicht hinter solchen Dingen verstecken und müssen immer auch das Augenmerk bewusst auf das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen richten. Denn der Grad zwischen einer gewissen Normalität und einer Computersucht ist schmal. Zu aller erst sollte einmal geklärt werden, was unter diesem Begriff zu verstehen ist. Als computersüchtig gilt derjenige, der den zwanghaften Drang verspürt sich möglichst oft und meist über Stunden hinweg mit dem PC zu beschäftigen. Diese Art von Sucht ähnelt der der Spiel- oder Internetsucht.

Mit Spielsucht ist in diesem Fall die Computerspielsucht gemeint. Diese verschiedenen Arten sind nicht strikt voneinander zu trennen. Doch gerade diese Abhängigkeit findet in der Medizin und besonders in der Gesellschaft kaum Beachtung und womöglich ist aus diesem Grund auch die Dunkelziffer so hoch wie sonst nirgends. Nur eine geringe Anzahl der betroffenen Personen kommen in Behandlung. Besonders anfällig für diese Sucht sind Kinder und Jugendliche, die bereits vorher als Einzelgänger einzustufen waren und für die soziale Kontakte weniger wichtig waren als für die Personen im gleichen Alter. Nicht selten weisen Betroffene eine hohe Intelligenz und allgemeine Bildung auf.

Das Leben wieder neu entdecken

Doch wie gilt es sich zu verhalten, wenn das Gefühl aufkommt, dass das eigene Kind computersüchtig ist? Zuerst einmal sollte alles dran gesetzt werden, dass das Kind bzw. der Jugendlich einsieht, dass er ein Problem hat. Der nächste Schritt sollte dann sein, dass es sich in Therapie begibt. Es ist wichtig für die Betroffenen, dass sie lernen sich wieder mit sich selbst, mit den Menschen in der Umgebung und mit dem eigenen Leben auseinander setzen. Das Knüpfen von sozialen Kontakten muss erst einmal wieder neu erlernt werden und auch das eigenen Leben in schulischer oder beruflicher Sicht wieder ins Lot zu bringen ist eines der wichtigsten Aufgaben während der Therapie. Das reale Leben wieder neu kennen lernen und merken, dass es sich lohnt dafür zu kämpfen, ist wohl mit eines der wichtigsten Erkenntnisse, die gemacht werden müssen.

Selbstverständlich hört sich das so leicht an. Doch leider ist es dies nicht. Trotzdem sollten alle, die diesen schlimmen Verdacht in sich tragen, egal ob es sich dabei um das eigene Kind, die eigene Person, Verwandte, Freunde oder dem Partner handelt, alles daran setzten der betroffenen Person zu helfen und sie zu unterstützen soweit es möglich ist.

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