Atari auf dem Videospielmarkt
admin am 8. Juni 2010
„Atari“ war hierzulande lange Zeit synonym mit Videospiel überhaupt. Es war die erste Marke des Sektors, die sich als cool etablieren konnte.T-Shirts mit Atari-Logo sind definitiv sexy. Und auch eine Band benannte sich nach dem 1972 gegründeten Unternehmen: Atari Teenage Riot. Bezog diese sich auf die Möglichkeit, vermittels eines Atari-Heimcomputers relativ unaufwendig und kostengünstig elektronische Musik zu erzeugen, soll es hier um die Erfolgsgeschichte und den Niedergang der Firma auf dem Videospielmarkt gehen.
Eroberung des Marktes und Scheitern – und zurück an den Anfang
Der erste große Erfolg der Firma war Pong, zunächst auf dem Automatenmarkt (wobei die Maschinen nicht bloß in Spielhallen aufgebaut waren, sondern auch in Kneipen, Supermärkten und Geschäften), ab 1975 auch für zu Hause. Zugegeben, das Konzept war keine Erfindung von Atari, aber die Strafe, die das Unternehmen für die Urheberrechtsverletzung entrichten musste, entpuppte sich im Verhältnis zum durchschlagenden Erfolg des Spiels als nicht sonderlich saftig. Nach verschiedenen Versionen des Spiels kam 1977 das Atari 2600 auf den Markt, eine Konsole mit auswechselbaren Modulen, die sich um Weihnachten 1979 nach Lizenzierung einiger Automatenspiele wie Pac Man und Space Invaders zum Kassenschlager entwickelte, wenngleich der Arbeitsspeicher schon vergleichsweise rückständig war. 1983 brach dann der Videospielmarkt zusammen, da mittlerweile höher entwickelte Heimcomputer wie der C64 von Commodore oder auch ein Produkt aus dem Hause Atari erschwinglich waren und mithin für den User attraktiver. Was den Videospielsektor betraf, hatte man sich bei Atari vollkommen verschätzt und die Produktion minderwertiger Spiele für ein veraltetes System weiter forciert (die übliche Ausschlachtung eines Produktes), was das Unternehmen an den Rand des Ruins brachte. Als 1986 Die Nachfolgekonsole Atari 7800 auf den Markt kam, war dieser bereits unter der Kontrolle von Nintendo und Sega. Einen letzten Versuch unternahm man 1993, als man die Konsole Jaguar herausgab. Diese konnte sich allerdings nicht durchsetzen, was für die Firma der Anfang vom Ende war. Mittlerweile betätigt man sich im Wesentlichen nur noch als Online-orientiertes Unternehmen in Nordamerika, allerdings haben sich die 2005 erschienene Konsole Flashback und vor allem ihre Nachfolgerin Flashback II, auf denen man 20 alte Spiele zocken kann, zum Kultobjekt entwickelt.
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